Zu viel macht alt, zu wenig krank: Wie viel Sonne darf sein?

Kategorie: Allgemein

Wir brauchen die Sonne einerseits zur Vitamin-D-Bildung, andrerseits sollen wir sie aber wegen des Hautkrebsrisikos und der Gefahr vorzeitiger Alterung meiden. Wie kriegen wir das hin? Dr. med. Jörn Klasen beantwortet im Buch der NDR-Ernährungs-Docs „Gesunde Haut“ die wichtigsten Fragen zum Thema Sonne, Haut und Vitamin D.

Warum brauchen wir Vitamin D?

Es ist wichtig für die Knochenbildung und fürs Immunsystem. Außerdem scheint es in einem gewissen Maße gegen Krebs zu schützen. Es gibt auch Hinweise auf einen Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel und bestimmten Formen von Depressionen.

 

Wie viele Menschen haben einen Mangel?

Studien des Robert-Koch-Instituts haben gezeigt, dass etwa 60 Prozent der Erwachsenen und 80 Prozent der Jugendlichen einen Vitamin-D-Mangel haben. Für die Knochengesundheit ist ein Vitamin-D-Spiegel im Blut von mehr als 1200 Internationalen Einheiten (IE) erforderlich. Den erreichen die meisten nicht. Denn über die Ernährung ist das kaum zu schaffen. Dafür müsste man zum Beispiel 16 Hühnereier, 1 Kilo Avocado, 24 Liter Milch oder 400 Gramm Hering täglich essen.

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Was lässt sich statt dessen tun?

Wir brauchen ein anderes Verhältnis zur Sonne. Die Sonne zu meiden, ist nicht der richtige Weg, denn ohne Sonne würde es kein Leben auf der Erde geben. Die Angst vor Hautkrebs ist zwar berechtigt. Doch dabei gilt: Die Dosis macht es.

 

Wie viel Sonne darf es denn sein?

Wer dreimal pro Woche zum Beispiel Hände, Arme und Gesicht von der Sonne so kurz und ohne Creme bescheinen lässt, dass es nicht zu einem Sonnenbrand kommt (auch nicht zu einem leichten!), geht kein Hautkrebsrisiko ein und bildet doch ausreichend Vitamin D. Überschüssiges Vitamin D wird dann für den Winter gespeichert. Wer helle Haut hat und den ganzen Körper von der Sonne bestrahlen lässt, kann im Sommer in weniger als einer Stunde 10 000 bis 25 000 IE Vitamin D bilden.

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Aber Sonne lässt die Haut schneller altern?

Auch das hängt von der Dosis ab. Natürlich sollte niemand in der Sonne braten bis zum Sonnenbrand. Vorsorge gegen vorzeitiges Altern und gegen Hautkrebs ist sehr wichtig. Wer sich länger als zur Vitamin-D-Bildung nötig in der Sonne aufhält, sollte sich entsprechend kleiden und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 oder mehr verwenden.

 

Sollte man Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Ältere, kranke, sehr lichtempfindliche und dunkelhäutige Menschen sollten im Frühjahr und Herbst ihren Vitamin-D-Gehalt im Blut bestimmen lassen und mit dem Arzt besprechen, ob das sinnvoll ist. Doch die Tablette darf nicht den Spaziergang in der Sonne ersetzen, denn Sonnenlicht bewirkt viel mehr als Vitamin D allein.

Dr. med. Jörn Klasen (© Andreas Sibler)

 

Mehr Wissenswertes rund ums Thema Haut erfahren Sie in „Die Ernährungs-Docs – Gesunde Haut: Die besten Ernährungsstrategien bei Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne und Co.

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