Die Dos und Don'ts in Wirtshaus und Biergarten

Kategorie: Allgemein

Die besten Adressen Bayerns zum Essen, Ratschen und Leben-Genießen sind die, wo Bayern ganz bei sich ist. Authentisch. Bodenständig. Echt. Katja Mutschelknaus hat sich in „Wo’s in Bayern am besten schmeckt“ auf die Suche nach diesen Adressen gemacht und auf ihrer Tour durch Bayern die besten Tipps und leckersten Rezepte gesammelt. Für die Biergartensaison hat sie die Dos und Don’ts für den Biergarten zusammengetragen.

Wo´s in Bayern am besten schmeckt Katja Mutschelknaus

Aufmascheln
Don’t:  Entgegen der Meinung von Lifestyle-Illustrierten muss man für den Wiesn- und Biergartenbesuch nicht über die Maßen aufbrezeln. Polyester-Dirndl mit Spitzenschürze oder Dirndlkostüme mit Minirock und Neon-Karomuster vom Outlet-Store weisen ihre Trägerin hundert Meter gegen den Wind als Hascherl aus Dingsda aus.
Do: Aufdressen darf man hingegen die bierklebrige Tischplatte im Biergarten, zum Beispiel mit einem schmucken Geschirrtuch.

Brezn
Don’t: Heißen, wenn sie singulär begehrt werden, auf Bayerisch Brezn, auf Salonmünchnerisch Breze, auf Fränkisch und Schwäbisch Brezel, dürfen aber niemals mit hartem T bestellt werden (Bretzel), weil das aufgebretzelt wirkt (Zugereisten-Alarm).
Do: Mit den Fingern essen. Stücke davon abbrechen oder mit vui Gfui abreißen und dann beherzt in zimmerweiche Butter tauchen.

Frollein
Hat mit dem Ableben von Marlene Dietrich ein für alle Mal das Zeitliche gesegnet.
Don’t: Man rufe die Bedienkönigin im Wirthaus nicht wild fuchtelnd mit „Frollein!“ herbei.
Do: Entschieden mehr Wirkung zeigt eine souverän zur Schau gestellte Wurschtegal-Haltung, gepaart mit freundlichem Blickkontakt und der provozierend demonstrativen Grundhaltung: Wir haben alle Zeit der Welt. So schnell war das Bedienfräulein noch nie am Tisch, wetten?!

Biergartenvergnügen in barocker Kulisse bietet der Biergarten vom Schloss Blumenthal in Aichach. (© Schloss Blumenthal)

Mass
Do: Es heißt: die Maß. Gesprochen: Mass, wie nass.
Don’t: Ein Graus für jedes bayerische Ohr ist es, wenn einerseine Biersause so bestellt: „Ich hätte gern ein Maaaahhs.“ Brrrr! Da schüttelt’s uns! Wer noch am Üben ist und nicht grad auf der Wiesn, kann auch eine Halbe im Willibecher bestellen. So heißt das leicht gebrauchte Allerwelts-Wirtshausglas für einen halben Liter Bier.

Servus
Do: Setzt man sich im vollen Wirtshaus oder Biergarten zu anderen an den Tisch, muss man nicht krampfhaft die Zunge verrenken, wenn man das Bayerischen nicht mächtig ist. Man darf aus „Hallo“ sagen. besser noch: Grüß Gott.
Don’t: „Man sieht sich!“ ist beim Gehen unterste Schublade. Auch auf der Wiesn, nach dem Flirt. Besser: Sag zum Anbschied leise Servus.

Stück
Hier geht’s um die Weißwurst.
Don’t: Ebenselbige werden nicht gepaart. Wenigstens nciht beim Bestellen.
Do: Man sage daher korrekterweise zur Bedienung: „Für mich bitte zwei (drei, vier, fünf) Stück Weißwürst'“ (auch das e wird verschluckt). Sofort wird sich das Gesicht der Kellnerkönigin aufhellen. Und Sie werden fürderhin wie Einheimische bedient (also nur halb so grantig).

Sehr zünftig geht es im Ayinger Bräustüberl her. (© Ayinger Bräustüberl)

Trinkgeld
Jetzt im Ernst: In vielen Biergärten wuseln jede Menge mickrig bezahlter, fleißiger Helfer umher, die fettige Steckerlfischteller, zerrissenen Zitruserfrischungstücher für die Hendlfinger, klebrige Maßkrüge und pappige Brotzeitreste abräumen.
Do: Die Jungs freuen sich über ein nettes Trinkgeld. Und ein freundliches Dankeschön.

Vegan
Richtigstellung und entschiedenes
Don’t: Vegane Münchner Weißwürst‘ gibt es nicht. Auch keine vegangen Fränkischen Bratwürste, Rostbratwürste, Wollwürste, G’schwollene, Regensburger & Co. Es gibt vegan. Und es gibt Wurst.

V-Wort
Der Biergarten am Viktualienmarkt ist weltberühmt. Berüchtigt hingegen ist die Frage nach dem Wohin: Wo bitte geht’s zum Viktualienmarkt? Dies korrekt auszusprechen, erfordert einen gewissen sprachlichen Mut.
Do: Man sagt: fiktualienmarkt. So wie der Karl Valentin ja auch „Falentin“ ausgesprochen wird.
(Don’t: Zum Vogel sagt man ja auch nicht: Wogel.)

Wurschtegal
Do: Wer über das Talent verfügt, sich mit Charme über Regeln hinwegzusetzen, darf die genannten Tipps natürlich ruhig in den Wind schießen. Leben und leben lassen!

So sieht er aus: der gemütliche Sommerabend unter Kastanien im Biergarten des Klosterbräuhauses Ursberg. (© Klosterbräuhaus Ursberg GmbH/Axel Weiss, Gersthofen)

Mehr Tipps und Tricks finden Sie in „Wo’s in Bayern am besten schmeckt„.

Dies könnte Ihnen auch gefallen

Cookie Einstellungen

Bitte wählen Sie eine Option. Sie können hier mehr über die Konsequenzen Ihrer Auswahl erfahren: Hilfe.

Wählen Sie eine Option um fortzufahren.

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortzufahren müssen Sie eine Auswahl zu den Cookie-Einstellungen treffen. Hier finden Sie eine Erklärung zu den unterschiedlichen Einstellungsoptionen.

  • Alle cookies akzeptieren:
    Alle Cookies für Analyse-Verfahren.
  • Nur ZS-Verlag Cookies akzeptieren:
    Nur Cookies für alle Funktionen dieser Website.
  • Alle Cookies ablehnen:
    Gar keine Cookies außer technisch notwendige.

Sie können hier Ihre Einstellungen ändern: Datenschutz, Impressum.

Zurück