6 Ernährungs-Mythen

Kategorie: Fit

In seinem ersten Kochbuch zeigt Wissenschaftsjournalist und Moderator Dennis Wilms, wie wir mit gesunder Ernährung den Kopf fit halten und sogar Demenz vorbeugen können. Neben leckeren Rezepten liefert er zahlreiche Tipps und Food-Facts und räumt mit diversen Ernährungs-Mythen auf:

Serotonin im Essen macht glücklich
Nein. Serotonin im Essen kommt gar nicht dorthin, wo es glücklich machen soll, denn es kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Mit dieser Barriere schützt sich unser Hirn gegen viele Stoffe von außen. Auch Serotonin prallt an ihr ab. Nur das Serotonin, das im Gehirn selbst von Nervenzellen gebildet wird, kann im Gehirn auch wirken. Allerdings schafft es seine Vorstufe, die Aminosäure Tryptophan, ins Hirn. Nur kann man davon gar nicht so viel (z. B. über Bananen, Schokolade, etc.) essen, um wirklich einen Happy-Effekt zu erzielen.

Fruchtsäfte sind ein guter Start in den Tag 
Nur in Maßen! Anstelle des puren Safts sollten Sie lieber die ganzen Früchte essen. Laut einer Harvard-Studie kann zu hoher Saftkonsum das Diabetesrisiko erhöhen. Bei gepressten Säften
gehen viele Ballaststoffe verloren. Dadurch passieren sie unser Verdauungssystem schneller als die ballaststoffreichen Früchte. Das lässt den Blutzucker schnell ansteigen. Außerdem enthalten
Säfte aus süßem Obst wie Äpfel, Birnen und Trauben viel Fruktose. Der Fruchtzucker ist ein Einfachzucker, der noch schneller vom Körper verwertet wird als normaler Haushaltszucker. Er wird in der Leber gespeichert und dann entweder zu Energie oder – wenn zu viel Zucker da ist – in Fettzellen umgebaut.

Frischfisch ist besser als Tiefkühlfisch
Geschmacklich kann das schon stimmen. Wenn Sie allerdings die Frage nach der Ökobilanz stellen, werden Ihnen viele Experten nicht selten zu tiefgekühltem Fisch raten, denn er wird häufig
beim Fang vor Ort eingefroren und dann per Schiff zu uns geschickt. Natürlich verbraucht das auch Ressourcen beziehungsweise Energie. Gemessen an frischem Fisch, der – wenn er nicht aus der Region ist – meist per Flugzeug transportiert wird, hat der tiefgekühlte aber oft eine bessere Ökobilanz.

Möhren sind gut für die Augen
Dieser Satz ist ein Mythos und hat seinen Ursprung im Zweiten Weltkrieg! Als 1940 britische Piloten eine sehr hohe Trefferquote beim Abschuss deutscher Kampfflugzeuge hatten, war der Grund dafür ein neues Ortungssystem auf Radarwellenbasis. Weil das aber geheim war, rechtfertigten die Briten ihre vielen Treffer damit, dass ihre Piloten viele Möhren aßen – denn die wären sehr gut für die Augen. Allerdings können Möhren bei Nachtblindheit helfen – aber nur bei Menschen, die an Vitamin-A-Mangel leiden.

Rohes Gemüse ist gesünder als gekochtes Gemüse 
Nicht immer! Rohes Gemüse ist meist schwerer zu verdauen. Möhren sollten Sie zum Beispiel besser dünsten. Denn dabei wird das Beta-Carotin in den Möhrenzellen aufgebrochen und kann besser vom Darm ins Blut übergehen. Wer Möhren roh isst, scheidet das meiste Beta-Carotin leider ungenutzt wieder aus. Ähnliches bei Tomaten: Ihr Lycopin – ein Stoff, der möglicherweise
Prostatakrebs vorbeugt – kann von unserem Körper besser aufgenommen werden, wenn die Tomaten vorher erhitzt werden. Grundsätzlich sollten Sie Gemüse lieber dämpfen und dünsten. Wenn Sie es in Wasser kochen, können die meist wasserlöslichen Vitamine und Mineralstoffe ins Kochwasser ausgeschwemmt und anschließend damit weggeschüttet werden.

Schimmel bei Obst und Gemüse wegzuschneiden ist okay
Lieber nicht! Denn oft kann man nur schwer sehen, wie tief der Schimmelpilz wirklich eingedrungen ist. Manche Pilze auf Lebensmitteln bilden sogenannte Mykotoxine, also Gifte, von denen einige uns Menschen gefährlich werden können. Daher weder abwaschen, noch wegschneiden – lieber wegwerfen!

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